Bildung ist wichtiger denn je, aber gerade damit sieht es mau aus, wie ich finde. Die Schulen verrennen sich mehr und mehr in neuen Lehrmethoden, die auf beiden Seiten mehr Konfusion verursachen als alles andere. Dadurch, dass aber auch Arbeit wichtiger denn je ist, sind die Kinder häufig auf sich selbst angewiesen, wenn sie nach Hause kommen. Wer hilft bei den Hausaufgaben? Wer macht Mittagessen? Horte konnten in der Vergangenheit eine Menge auffangen, aber die Erziehungsarbeit konnten sie auch nicht leisten. Ganztagsschulen sind ein netter Ansatz, aber haha, wie viele gibt es denn? Im Grundschuldbereich mittlerweile sehr viele. Aber brauchen Kinder, die eine weiterführende Schule besuchen, etwa keine Nachmittagsbetreuung mehr, wenn beide Elternteile arbeiten? Hier ein kleiner Auszug aus der letzten Schülerzeitung der Schule meiner Tochter, in der der Direktor Stellung zur Ganztagsschule bezog:
"In der letzten Ausgabe ...] stand: "Eigentlich kann sich jede Schule zu einer Ganztagsschule erweitern. Es müssen nur flexible Lehrer an der Schule sein, die auch nachmittags dableiben ...]". Leider ist dies nicht richtig. Aus Kostengründen ist es schon seit Jahren nicht möglich, ein Gymnasium zur Ganztagsschule zu machen. Das Land ist nicht bereit und/oder in der Lage, die zusätzlichen Personalkosten (+20 % Lehrerstellen = 9 Lehrer an unserer Schule) zu tragen, und der Schulträger der Stadt kann die sächlichen Kosten für eine Mensa z. B. nicht aufbringen. Wenn es möglich wäre, eine Ganztagsschule zu werden, dann hätten wir dies längst in Angriff genommen, da wir genügend flexible Lehrer ...] haben."
Wie aber sieht es mit den Kindern aus, die keine Ganztagsschule besuchen? Die besuchen - sofern vorhanden - mittags eine Kindertafel/Kinderarche, wo es ein Mittagessen für 50 ct gibt. Man muss nur mal die Betreuer dort fragen, wie viele Kinder dort täglich aufschlagen! Ein Armutszeugnis für Deutschland! Tja, und da diese Archen nicht häufig gesät sind, bleibt für die Mehrheit der Kinder ein Bütterken mittags oder aber Pommes-/Pizzabude. Keine Ahnung, wie es aussieht, wenn zuhause noch nicht einmal dafür kein Geld in der Kasse ist (dass Pommes-/Pizzabude nicht unbedingt gute Ernährung ist, steht außer Frage, aber Kinder sind häufig bequem, so ist es nun mal).
Da Pünktchen die Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen erwähnte, hier auch noch mein Statement: Das finde ich absolut richtig, und wer in der Hinsicht eine reine Weste hat, wird sich auch nicht bevormundet vorkommen. Der Kinderschutz sollte meines Erachtens über dem Sorgerecht der Eltern stehen. Insofern begrüße ich diesen Vorstoß.
Frau von der Leyen (die auch noch von einem ehrwürdigen Ahnen unserer Stadt abstammt :-oopss) hat ja zuhause selbst eine Nanny. Wie sie es wohl finden würde, wenn ihre Kinder aufgrund der Berufstätigkeit der Eltern sich ihr Essen selbst machen müssten......
Ach ja, mri kommt immer häufiger der Gedanke, dass die Misere auch darin ihre Ursache haben könnte, dass die Mütter Berufstätigkeit vorziehen (müssen!!!, wenn man sich das neue Unterhaltsgesetz ansieht) und die Kinder heutzutage immer mehr sich selbst - oder aber Großeltern, wenn glücklicherweise schon im Rentenalter vorhanden - überlassen werden. Ich bin gewiss nicht Verfechterin der These, dass Mütter zuhause bei Ihren Kinder zu sein haben, während der Vater das Geld nach Hause bringt, aber wenn man das Thema mal nüchtern betrachtet, ging es den Kindern früher besser. :-nix