Anzahl möglicher Sectios?

Hallo,
gerade im Rahmen der Diskussion um die planbare Geburt stand vor Kurzem die Frage im Raum, wieviele Sectios möglich sind, ohne dass das mütterliche Risiko zu hoch steigt.

Insbesondere unter Berücksichtigung der Misgav-Ladach-Methode und der Quermyotomie am Uterus ist die Sectio ja wesentlich Gewebeschonender geworden.

Gibt es dazu irgendwelche handfesten Daten oder ist man da immernoch auf ein "gefühltes Risiko" angewiesen, wie man das beurteilen sollte?

Eine Quermyotomie ist gewebeschonender, aber dieser Vorteil kommt ja erst zum Tragen, wenn nach einer Sectio eine vaginale Entbindung angestrebt wird, oder irre ich mich? Wie definiert sich denn in Deiner Frage das "mütterliche Risiko"?

Nicht zu vergessen, dass eine Sectio schon als solches erheblichen Stress für den Körper bedeutet und immer die Gefahr einer nötigen Histerektomie besteht (so geschenen bei einer Bekannten :-(( ).

Bei uns war neulich eine im Kreißsaal angekündigt zur Re-re-re-re-re-Sectio (oder so ähnlich^^) ... :-nix

war bei einer re-re-re-re-re-sectio dabei. Allerdings war die Uteruswand noch ca. Zeitungspapier dünn und dieses Mal wurde nicht, wie bei den 3 Sectios zuvor von einer SS abgeraten, sondern sie wurde verboten. Die Patientin wurde sehr intensiv über die Gefahr einer weiteren Schwangerschaft aufgeklärt und die Ärzte haben alles versucht, sie zu einer Sterilisation zu bewegen.

Äh, ja, ich erinner mich, dass ich auch mal eine Patientin für ihre fünfte Sectio aufklären musste.
Hab sonst bei den Famulaturen und im Studium gehört, dass es nicht mehr als 3 Sectios und demnach keine weiteren Schwangerschaften sein sollen (Risiko für Uterusruptur steigt halt, aber Zahlen habe ich dazu nie gesehen). :-nix Mit Misgav-Ladach kommt man ab der 2. Sectio auch nicht mehr so weit. Verwachsungen und Narbengewebe lassen sich nicht so einfach aufreissen und nicht selten reisst es dann anders als beabsichtigt, meist schneidet man dann ab der 2.

Irgendwo bei Thieme gab es mal einen Vergleich verschiedener Studien. Am Ende kam halt raus, dass Sectio nach Misgav-Ladach eben deutliche Vorteile hat. Aber sobald eine Re-Sectio ansteht, sieht das ganze ja wieder anders aus.

Was meinst du denn genau mit dem "mütterlichen Risiko"?

Wogegen eine Geburt viam naturalis meist ein entspannender Sonntagsspaziergang ist :-keks

"mütterliches Risiko" sollte halt Dinge wie Uterusrupturen o.ä. beinhalten.
Die Risiken eines operativen Eingriffes und die Risiken des verwendeten Narkoseverfahrens sollten nicht da mit eingehen.
Aber wie schon einmal genannt nach der 6. entbindung per Sectio wo von einer SS nicht nur abgeraten sondern ein Verbot ausgesprochen wurde, solche Dinge sind interessant....

Naja, mir erscheint die Annahme recht logisch, daß jede weitere Sectio die Gefahr einer Uterusruptur bei der nächsten Schwangerschaft erhöht. Wieviele Sectios ein Uterus verträgt, bevor es zu riskant wird, dürfte interindividuell recht unterschiedlich sein. Möglicherweise kann man das Risiko anhand irgendwelcher Parameter wie Uteruswanddicke abschätzen.

Werden Sectios eigentlich 'nur' durchgeführt wenn sie medizinische notwendig sind oder auch wenn eine Patientin das möchte?

Hängt von der Klinik ab. Gibt Kliniken, die sich strikt gegen Wunsch-Sectio aussprechen und welche, die mit Wunsch-Sectios für schwarze Zahlen sorgen.

Und genau sowas wollte ich als Studie und nicht als "ich denke" haben. Schließlich ist doch fast alles erforscht, vielleicht gibts dazu auch etwas festere Daten...

mich würde viel mehr interessieren, wie man es bewerkstelligen soll, einem patienten überhaupt irgendetwas zu "verbieten". :-D mehr als von etwas abraten kann man halt nicht, es handelt sich schließlich um selbstständig handelnde personen.